Akupunktur

Anwendungsgebiete Akupunktur

Die Akupunktur ist eine über 2000 Jahre alte Erfahrungsmedizin. Zu zahlreichen Indikationen gibt es zudem fundierte wissenschaftliche Studien. Unser Wissenschaftszentrum informiert hier regelmäßig über neueste Veröffentlichungen und auch in der Deutschen Zeitschrift für Akupunktur DZA - unserer Mitgliederzeitung - werden ausgebildete Ärzte jederzeit informiert.


Einige Akupunkturpunkte eignen sich auch gut zur Selbsthilfe durch Akupressur.
Im Folgenden wollen wir alsärztliche wissenschaftliche Fachgesellschaft Ihnen eine möglichst objektiveInformation über die Einsatzmöglichkeiten der Akupunktur bei verschiedenenKrankheiten und Krankheitszuständen zu geben. Dies ist allerdings auch bei größter Sorgfalt nicht einfach:

Es ist in den letzten 30 Jahren gelungen, durch viele klinische wissenschaftliche Studien, die zunehmend auch die Anforderungen der modernen wissenschaftlichen Medizin erfüllen, die Effekte der Akupunktur am kranken Menschen zu untersuchen. Dazu gibt es gute Studien mit z.T. sehr großen Fallzahlen, sehr gutem Studiendesign, und in führendeninternationalen Fachzeitschriften veröffentlicht.

Allerdingsgibt es auch hier ein Problem: viele Studien prüfen die Akupunktur nach dem klassischem Schema nur im Vergleich zu einer Akupunktur an solchen Punkten, die nicht dem klassischen Schema entsprechen. Solche Studien kommen dann häufig zu dem Urteil, dass der Unterschied zwischen beiden Verfahren nicht „signifikant“ ist und kommen daher dann zu dem falschen Schluss, dass Akupunktur nicht wirkt bzw. nicht wirken würde. In Wirklichkeit haben solche Studien aber nur zwei unterschiedliche Verfahren miteinander verglichen: das klassisch-historische und ein neues Experimentelles. Gute Akupunkturstudien vergleichen Akupunktur mit der mit aktuell üblichen Therapieverfahren einer Krankheit. Nur aus diesen Studien kann festgestellt werden, ob Akupunktur besser oder schlechter wirkt als die “Schulmedizin.

Ein weiteres grundsätzliches Problem wissenschaftlicher klinischer Forschung in der heutigen Medizin muss hier auch erwähnt werden: Wenn etwas in der Medizin als „wissenschaftlich erwiesen“ betrachtet wird, dann gilt das immer für eine statistische Berechnung mit einer Irrtumswahrscheinlichkeit von maximal 5 %. Auch der beste wissenschaftliche Nachweis und die beste medizinische Überzeugung sind also nur eine Aussage der Wahrscheinlichkeit. So bleiben auch manche medizinischen Verfahren auf der Strecke, wenn sie diese Marke nicht erreichen und die Irrtumswahrscheinlichkeit nach biostatistischen Regeln größer als 5 % ist. Das gilt für alle medizinischen Prüfverfahren und ist soweit auch korrekt und auch von uns als legitim anerkannt. Daher kommt andererseits aber der Widerspruch, dass für manche Krankheit ein Heilverfahren zwar medizinisch als wissenschaftlich nicht erwiesen gilt, aber trotzdem im Einzelfall helfen kann.

Es gibt inzwischen sehr viele Metaanalysen zur Wirksamkeit der Akupunktur. Metaanalysen sind Zusammenfassungen und Beurteilung mehrerer Studien zum gleichen oder ähnlichen Thema.  Sie können allein schon deshalb zu einem negativen Ergebnis über eine medizinische Methode kommen, weil die in der Metaanalyse eingeschlossenen Studien zu schlecht gemacht sind oder zu kleine Fallzahlen haben oder zu unterschiedliche Methoden anwenden, als dass sie gemeinsam beurteilt werden können. Dennoch sind Metaanalysen wissenschaftlich hochwertig und anerkannt. Die meisten dieser Studien laufen unter dem Stichwort „Cochrane“ (www.cochrane.de). Wenn solche Studien zu dem Ergebnis kommen, dass keine Aussage getroffen werden kann, heißt das in der Regel nicht, dass die Akupunktur nicht wirkt, sondern dass bessere Studien notwendig sind.

Die Akupunkturdiagnostik und Einordnung von Krankheitszuständen beruht auf einem anderen medizinischen System als die westliche universitäre Medizin, nämlich auf den Prinzipien der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Die TCM zeichnet sich durch ein individuelles Verständnis der Patientin/des Patienten und ihrer/seiner Krankheit aus.  Die meisten Studien folgen aus technischen Gründen aber zumeist einem standardisierten Schema. D.h., dass vieles dafürspricht, dass die Akupunkturbehandlung in der Praxis zumeist besser ist als in den Studien, auch in den guten Studien.

Die Akupunktur gewinnt aber nicht nur durch wissenschaftliche Studien zunehmende Bedeutung. Sowohl in Deutschland als auch international hat die Akupunktur amtliche Anerkennungerfahren:

 

1. Akupunktur ist Bestandteil der ärztlichen Gebührenordnung (GOÄ) in Deutschland

Im Jahre 1996 hat die Bundesregierung in der Gebührenordnung für Ärzte  die Nadelstichakupunktur als ärztliche Leistung mit 2 Positionen aufgenommen. Sie ist seitdem als ärztliches Behandlungsverfahren amtlich anerkannt.

 

2. Anerkannte Akupunktur-Weiterbildung für Ärzte

2004 hat die Bundesärztekammer (Körperschaft des öffentlichen Recht) (www.baek.de) die Akupunktur als ärztliche Weiterbildung im Umfang von 200 Stunden mit anschließender Prüfung eingeführt. In einem ausführlichen Musterkursbuch  wird beschrieben, welche Kenntnisse Akupunkturärzte besitzen müssen und welche Krankheiten sie damit behandeln können. Die Akupunktur ist auch hier amtlich anerkannt.

 

3. Gesetzliche Krankenversicherung

Seit 2007 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Akupunkturbehandlung unter bestimmten Bedingungen bei zwei Diagnosen entsprechend dem Beschluss des gemeinsamen Bundesausschusses.  Damit ist die Akupunktur prinzipiell auch hier im öffentlich-rechtlichen Raum anerkannt.

 

4. Weltgesundheitsorganisation WHO

Die WHO räumt der Akupunktur und Chinesischen Medizin einen wichtigen Platz unter den traditionellen Heilverfahren ein.

 

5. Die amerikanische Gesundheitsbehörde (National Institutes of Health) hat seit 1999 als Unterabteilung ein National Center for Complementary and Integrative Health. Dieses Zentrum hat seit seiner Gründung 1.6 Milliarden US-Dollar zur Erforschung komplementärer Therapieverfahren ausgegeben.

 

Unter Berücksichtigung dieser Hinweise geben wir hier wissenschaftlich basierte Informationen, bei welchen Diagnosen der westlichen Medizin, Krankheitsbildern und Beschwerden Akupunktur erfolgreich wirken kann.

 

Indikationsliste:

  1. Rückenschmerzen
  2. Kopfschmerzen/ Migräne
  3. Schulter-Armschmerzen
  4. Ellenbogenschmerzen
  5. Myofasziale Schmerzen
  6. Schlafstörungen
  7. Heuschnupfen

 

Wichtiger Hinweis/Disclaimer:

Mit diesen Artikeln können sich Ärzte und interessierte Laien schnell einen Überblick verschaffen über die aktuelle Studienlage. Die Texte wurden fachlich und juristisch geprüft.

 

München April 2016